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Kunst: Modersohn-Becker-Schau – (Brigitte Wir)

Es gibt da dieses Selbstportrait. Die Augen sind groß und blicken starr rechts aus dem Bild, der Mund ein dunkler Fleck, das Gesicht wie eine grob geschnitzte Fläche, die Farbe so dick aufgetragen, dass sie Schatten wirft. Und die Hand am Kinn scheint mit einem Griff eine Maske abziehen zu wollen.
Maske statt Gesicht: Die Malerin Paula Modersohn-Becker reduzierte Formen aufs Wesentliche. Dass sie damit schon zur Jahrhundertwende radikaler die Moderne vorwegnahm als viele ihrer impressionistischen Zeitgenossen, wird oft übersehen.

Das holt nun eine umwerfende Ausstellung im Hamburger Bucerius Kunstforum nach und zeigt den „Weg in die Moderne“ der 1907 31-jährig verstorbenen Künstlerin. Geordnet nach Sujets illustrieren die 80 Werke, wie sie Schritt für Schritt experimentierte, reduzierte und abstrahierte. Bis die Form selbst im Vordergrund stand, egal ob bei Birken, Kinderszenen oder sich selbst.
Die Ausstellung hat das Potential, endgültig zu zeigen, wie singulär Modersohn-Beckers Schaffen in der Kunstgeschichte war. Besonders ihre revolutionären Selbstportraits zeigen: Das ist lange überfällig.

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Die Doppelseite der Februarausgabe von „Brigitte Wir“: