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Navid Kermani: „Sozusagen Paris“ – (Brigitte Wir)

Irgendwann reicht sie ihm einen Kopfhörerstöpsel, sie hören „Ramada Inn“ von Neil Young über eine Ehe, die in Routine erstarrt. Sie ist Jutta, er der Erzähler, vor 30 Jahren waren sie ein Paar. Nun hat er einen Roman über diese alte Schulhofliebe geschrieben. Nach einer Lesung steht sie auf einmal vor ihm.
Navid Kermanis „Sozusagen Paris“ ist als Liebesgeschichte umwerfend, weil sich die Realitäten wie im Traum ineinander schieben. Sie trinkt Wein, er Lemongrass-Tee, sie erzählen sich ihr Leben betörend vertraut, von Ehestreit, Kindern und Desillusionierung. Bis alles verschwimmt und es der Roman zu sein scheint, den der Erzähler im Buch gerade schreibt. Kermani bringt somit alles zum Schweben – so wie die Liebe in ihren besten Momenten. cover_bwirokt2016bwirokt2016_literatur