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Portrait: Barbara Klemm – (ifa)

Es ist ein unheimliches, surreales Licht, wie nach einer Naturkatastrophe, mittendrin das Brandenburger Tor, es scheint sich fast aufzulösen. Nur der untere Bildrand ist schwarz. Vereinzelt lösen sich Regenschirme aus der Masse, rechts ein Transparent, „Deutschland einig Vaterland“ steht darauf, verkehrt herum.

„Manchmal weiß man sofort, dass das Bild gelungen ist“, sagt Barbara Klemm über das Foto, das bei der Maueröffnung 1989 in Berlin entstand. „Das war einer dieser Momente.“ Die langjährige FAZ-Fotografin war eigentlich schon dabei, wieder zu gehen. Im letzten Augenblick drehte sie sich um, sah das Brandenburger Tor in diesem herbstvernebelten Licht, von unten angestrahlt, dank der TV-Kameras. „Ich musste auf ein Absperrgitter klettern, um diese Perspektive zu bekommen. Es war genau das Bild, das ich mir erhofft hatte.“

Es wurde Barbara Klemms Foto von der Wiedervereinigung. Ihre Aufnahmen prägten über Jahrzehnte das Bild, das Deutschland von sich selbst machte. Nur konsequent also, dass das ifa eben jenes Abbild deutscher Verfasstheit in mehreren Ausstellungen in die Welt schickte.

Das Portrait, das ich über Klemms Arbeit schrieb, erschien in der Jubiläumspublikation zu 100 Jahre ifa: